Predigt Was können wir von der Natur lernen?
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Predigt Was können wir von der Natur lernen – Das Buch der Natur; Evangelium: Matthäus 13,1-9
Viele spirituelle Lehrmeister betonen, dass wir als Menschen mehrere Lebensbücher geschenkt bekommen. In diesen können wir lesen, mit diesen können wir unser Leben deuten und bereichern. Sie helfen uns auch, Gott zu suchen und ihm zu begegnen. Die Lehrmeister zählen meistens drei Bücher auf: Das Buch der Natur, das Buch der Bibel und das Buch der eigenen Lebensereignisse. Das Buch der eigenen Lebensereignisse macht nicht nur mein Leben einzigartig, sondern lässt manchmal auch die Orte erkennen, wo Spuren Gottes zu entdecken sind. Das Buch der Bibel erzählt davon, dass Gott die Menschheit nicht im Stich lässt. Es hilft, das Leben zu deuten und die großen Zusammenhänge besser zu verstehen und in Worte zu fassen.
Und das Buch der Natur? Ich möchte heute dazu einige Gedanken bringen. Mich beschäftigen dabei die beiden Fragen: Was können wir von der Natur lernen? Enthält die Natur Spuren Gottes enthält, öffnet sie uns die Tür zu Gott?
Zunächst ist klar: In seinen wunderbaren und lehrreichen Gleichnissen greift Jesus viele Erfahrungen der Natur auf: Im Gleichnis Sämann, vom Senfkorn oder vom Unkraut im Acker oder in den so treffenden Worten vom Weinstock und Reben
Was können wir von der Natur lernen?
Rudi Rumpl sagt immer wieder: „Die Natur und die Kinder sind die größte und hilfreichste Universität“
Ja, die Natur ist eine Universität mit viel Weisheit
- Prinzip Wachstum: Das Prinzip Wachstum weiß, dass nicht alles sofort beendet und reif sein muss. Es kennt die Schritte zum Ziel und auch die Gelassenheit.
- Wurzeln sind wichtig: Wo gibt es in der Natur etwas ohne Wurzeln oder ohne starke innere Quelle wie bei einem Samenkorn. Die Natur lehrt nicht, dass die Fassade und das Oberflächliche wichtig sind, sondern ganz im Gegenteil. Es geht um die Wurzel, die oft nicht sichtbar ist.
- Botschaft des Staunens: Wer ein Gespür für die Natur hat, hat täglich Grund zum Staunen. Ist das nicht wunderbar?
- Botschaft der Endlichkeit. Wir Menschen meinen oft, es muss alles für immer gelten. Wir vergessen gerne die Vergänglichkeit. Manche Blume blüht nur einen Tag. Die vier Jahreszeiten erzählen uns, das alles seine Zeit hat.
Enthält die Natur Spuren Gottes
Bei dieser Frage denke ich an den Sonnengesang des Hl. Franziskus, der davon singt, dass nicht nur wir Menschen Gott loben, sondern auch die Natur mit Sonnen, Mond und Sternen und den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft.
- Viele Wegen führen zu Gott, einer führt über die Berge
Viele Menschen erzählen, dass sie gerade über die Berge eine Ahnung von der Größe und Schönheit Gottes bekommen. Das Wunder Mensch bringe sie manchmal zu Verzweiflung, ein Bergerlebnis oder eine blühende Blume erzählt von Gott.
- Verhältnis Gott – Mensch: Nun, wie ist das Verhältnis zwischen Natur und Gott. Die Schöpfungsberichte erzählen, dass Sonne, Mond und Sterne nicht Gottheiten sind, sondern Geschöpfe, die von Gott geschaffen wurden. Das Verhältnis zwischen Mensch und Gott zeigt sich für mich sehr schön in den Worten Jesu vom Weinstock und den Reben. Hier ist die Verbindung erkennbar und auch die Kraftquelle.
In dieser Woche hat es in der Lesung vom Propheten Hosea (14,6) geheißen: Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotusblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Libanon.
Ist das nicht ein schönes Bild, dass uns jetzt im Sommer so hilfreich ist. Gott ist wie der Tau, der tagtäglich dafür sorgt, dass die Erde ihre Feuchtigkeit bekommt, ganz unaufdringlich, ganz selbstverständlich.
Ich gebe euch heute die Frage mit: Was hast du von der Natur gelernt? Was willst du von der Natur lernen?
Ist für dich Schöpfung ein Weg zu Gott, ein Hinweis zu Gott, ein Beweis von der Liebe Gottes?
Details
- Date: 11. Juli 2026
- Preacher: Franz Troyer
- Passage: Matthäus 13,1-9