Predigt Fünf Erlebnisse zum Christkönigsfest 2025
Description
Predigt Fünf Erlebnisse zum Christkönigsfest 2025
Evangelium Lukas 23,35b-43
Kirchliche Feste haben viel mit unserem konkreten Alltag zu tun. Davon bin ich fest überzeugt. Deswegen möchte ich heute fünf Ereignisse aus dieser Woche erwähnen und sie mit dem Christkönigsfest verbinden.
Erlebnis 1 am Montag: Novene der Hoffnung am 3. Tag
Ich bete am Montag zu Mittag mit einigen Leuten gemeinsam die Novene der Hoffnung, die von unserer Diözese heuer im Jahr der Hoffnung vorgeschlagen wird. Der kurze Text für den Montag hat die Überschrift: Der Glaube an Gott befreit von Angst.
Beim Beten sitzt neben mir ein Freund und sagt halblaut: Das stimmt nicht! Korrekt müsste es heißen: Der Glaube an Gott befreit von der Herrschaft der Angst. Die Angst bleibt, aber es geht darum, ihr die unberechenbare Macht zu nehmen, oder?
Ich stimme zu und lese und bete die Worte der Novene aufmerksamer und gezielter:
Überschrift: Der Glaube an Gott befreit von der Herrschaft der Angst
Bibeltext: Die aber auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt (Jesaja 40,31)
Gedanken: Der Glaube ist ein Geschenk Gottes, eine Gnade und zugleich Ausdruck des Segens, den wir empfangen haben. Er schenkt uns innere Sicherheit und Kraft – und befreit uns von jeglicher Verzagtheit und Angst.
Anregung: Legen wir heute vertrauensvoll unsere Ängste in die Hände Göttes – überlassen wir das Heute und das Morgen seiner Vorsehung
Was hat das mit dem Fest Christkönig zu tun? Jesus ist stärker als die Herrschaft der Angst.
Erlebnis 2 am Dienstag: Veranstaltung zu Glaube, Macht und Amerika
Am Dienstag war im Bildungshaus Osttirol ein spannender Vortrag mit dem Titel „Glaube, Macht und Amerika. Wie Trump das Christentum verändert.“ Es ging dabei auch um die Frage, wie heutige Politiker ihre Macht ausüben und wie sie sich als Erlöser ausgeben und teilweise auch gefeiert werden.
Heute am Christkönigssonntag stellen wir die Frage: Wie gibt sich Jesus als Erlöser aus? Was sagt das heutige Evangelium dazu? Ein Erlöser am Kreuz, geht das? Ist das nicht ein Widerspruch in Reinkultur?
Erlebnis 3: Artikel zur Selbstheilung
Ich habe in dieser Woche einen lesenswerten Artikel gelesen, der wichtige Schritte zur Selbstheilung aufzählt und viele wertvolle und hilfreiche Tipps gibt. Am Ende des Lesens kommt mir der Gedanke: Gibt es Selbstheilung überhaupt oder ist nicht eher gemeint, meine Widerstandskräfte und stärkenden Kräfte zu nützen. Kann ich mich überhaupt selbst heilen? Gibt es nicht auch eine Heilung aus der Kraft des Glaubens? Ich denke an die Anregung am Montag bei der Novene: „Legen wir heute vertrauensvoll unsere Ängste in die Hände Göttes – überlassen wir das Heute und das Morgen seiner Vorsehung“ Ich vertraue, dass andere und Gott mir helfen und ich nicht alles selbst tun muss.
Erlebnis 4: Vorausblick Weihnachtsevangelium
Ich habe den neuen Pfarrbrief für unseren Seelsorgeraum in den Händen, der diese Woche erschienen ist. Vorne drauf ist ein Bild vom Friedensweg zum Helenenkirchl, vom Engel von Betlehem mit der Botschaft „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden.! Ich denke an das berühmte Weihnachtsevangelium in der Hl. Nacht. Hier geht es nicht nur um einen romanischen und doch nicht so romantischen Text, sondern auch um eine hochpolitische Frage: Wer erlöst uns wirklich; Kaiser Augustus oder Jesus? Der Bibeltext stellt beide gegenüber und gibt klar zu Antwort, dass die Erlösung durch Jesus kommt, der für uns sogar Krippe und Kreuz in Kauf nimmt.
Erlebnis 5 am Samstag: Messe im Wohn- und Pflegeheim Lienz
Ich feiere am Samstag die Heilige Messe im Wohn- und Pflegeheim Lienz zum Christkönigsfest. Dort ist eine Christkönigsstatue, die auf dem ersten Blick nicht ganz erkennbar ist. Jesus Christus ist zwar mit Krone dargestellt, aber nicht als Herrscher oder am Kreuz, sondern als Gastgeber an einem Tisch. Zum Tisch kommt ein Hungriger und ein Kranker mit Krücke, der von jemanden gestützt wird. Ja, das ist die Tischgemeinschaft Jesu: Nicht eine Königsgesellschaft mit goldenen Löffeln, sondern Arme und Kranke.
Damit sind wir ganz nahe beim heutigen Sonntagsevangelium. Jesus hängt am Kreuz. Er schafft es, sogar in dieser schlimmsten Stunde an andere zu denken und die beiden Verbrechen neben sich im Blick zu haben. Unser Künstler Jos Pirkner hat für das Krankenhaus Laas folgendes Bild gemalt. Jesus hängt an einem Kreuz gemeinsam mit den beiden Schächern. Er umarmt beide am Kreuz und blickt jenen Schächer an, der ihn verspottet und ablehnt. Das ist der König Jesus, der sogar am Kreuz das Heil aller im Blick hat. Das ist ein anderer König als Präsident Trump, der mit Stolz betont: „Ich hasse meine Gegner.“ (Trauerfeier für den ermordeten Charlie Kirk)
Das waren fünf Erlebnisse der vergangenen Woche mit Verbindungen zum Christkönigsfest. Was sind deine Erlebnisse dazu?
Details
- Date: 23. November 2025
- Preacher: Franz Troyer
- Passage: Lukas 23,35-43