Beschreibung

Predigt Friedhof Allerheiligen 2023. Glaube, Hoffnung und Liebe unserer Verstorbenen

 

Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken; Unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Mühe eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn. (1 Thessalonicher 1,2-3)

So die Worte des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki in Griechenland. Ich möchte anhand dieser Worte zu den Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe heute bei der Gräbersegnung einige Gedanken formulieren.

 

Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken

Wunderbar: Ich darf und soll beim Gebet an andere denken und für sie beten.

Der Apostel Paulus macht es uns vor. Noch wunderbarer: Wir dürfen und sollen dabei für vieles danken, dass wir durch unsere Verstorbenen erlebt haben: Danke Mama, danke Opa, danke mein Partner, den ich so sehr vermisse.

 

Wir erinnern uns an das Werk eures Glaubens

Hier am Friedhof sehen wir viele Kreuze. Das Kreuz erinnert uns an die Kreuzigung Jesu Christi, mit dem Jesus Gottes Treue zur Menschheit bis zuletzt zum Ausdruck gebracht hat. Das Kreuz als Symbol für den Glauben ist viel mehr als der Satz: „Glauben heißt nichts wissen.“ Nein, dieser Glaube weiß davon, dass Gott sogar für uns gestorben ist.

Es ist interessant, welches Wort der Hl. Paulus mit dem Glauben verbindet: Das Werk eures Glaubens. Damit drückt er aus, dass wir Menschen uns nicht selber erlösen können und auch nicht müssen. Nicht durch eigene Taten und Glanzleistungen werden wir und unsere Verstorbenen erlöst, sondern durch das Werk des Glaubens, den uns Gott schenkt. In Gott ist auch das Misslungene und Schwierige unseres Lebens eingebettet. Wir dürfen vertrauen, dass er zur Vollendung führt.

 

Wir erinnern uns an die Mühe eurer Liebe

Paulus verbindet die Liebe mit der Mühe: Damit ist klar: Liebe ist noch viel mehr als Verliebtsein in einen Menschen, den ich mag. Liebe hat auch etwas zu tun mit Ausdauer und schlichtem Dasein.

Heute dürfen wir an die Liebe unserer Verstorbenen denken und dafür danken.

 

Wir erinnern uns an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung

Die Hoffnung wird in unseren Kirchen gerne mit einem Anker dargestellt. Wenn Schiffe in die Nähe der Küste kommen, wird der Anker ins Meer geworfen, damit er sich am Boden mit den Zachen verankert. Dies geschieht, damit das Schiff einerseits nicht ins weite Meer hinausgetrieben wird und andererseits nicht zu nahe an die Klippen kommt und dort zerschellt.

Auch unser Leben benötigt einen Anker, dass wir nicht ins Meer der Angst hinausgetrieben werden oder an den Mauern der menschlichen Grenzen zerschellen.

Paulus sagt: Dieser Anker ist in Jesus Christus verankert. Nicht ohne Grund ist der Anker oft mit einem Kreuz verbunden.

 

Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei? Welche der drei Tugenden hatten ihre lieben Verstorbenen besonders? Welche haben sie selbst am meisten, welche fehlt ihnen am meisten, um welche beten sie am meisten? Vielleicht auch im Rosenkranz, wenn es heißt: der uns den Glauben vermehre, der uns die Hoffnung stärke, der uns die Liebe entzünde.

Details
  • Datum: 1. November 2023
  • Prediger:
  • Bibelstelle: 1 Thessalonicher 1,1-5