Eine Urkunde aus dem Jahr 1308 zählt zehn Kirchen in Lienz und Umgebung auf. Unter diesen werden drei Kirchen aus Oberlienz genannt, die Kirche „St. Maria in Oberlienz“, die benachbarte Kirche „St. Georg“ und die „Kirche der seligen Helena am Berg“. Ja, die „Georgskirche“ in Oberdrum gehört zu den alten und stimmungsvollen Kirchen unseres Landes. Die archäologischen Grabungen im Jahr 1994 zeigten Spuren von einer Vorgängerkirche aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde mehrfach umgestaltet, der Großteil der barocken Innenausstattung stammt aus dem 17. Und 18. Jahrhundert.
An der westlichen Außenwand befindet sich oberhalb der Eingangstür ein Fresco aus der Zeit um 1300. Dieses zeigt die Gottesmutter Maria und den Apostel Johannes unter dem Kreuz Jesu. Es zählt zu den ältesten Kunstwerken Osttirols.
Die Kirche ist dem Hl. Georg geweiht. Der Drachentöter Georg ist dreimal in der Kirche dargestellt, einmal im zentralen Bild am linken Seitenaltar, einmal als kleine Figur an der linken Seite des Hochaltars und einmal ganz oben als krönender Abschluss des Hochaltars.
Neben dem Hl. Georg befinden sich in der Kirche viele kleinere Statuen von Heiligen, u.a. die Heiligen Rupert, Chrysanth, Vinzent, Erasmus, Nikolaus, Johannes von Nepomuk und Laurentius am linken Seitenaltar und die Heiligen Josef, Philippus und Jakobus am rechten Seitenaltar. Der Viehpatron Papst Silvester und der der Hl. Ambrosius mit dem Bienenstock ergänzen im Altarraum die Reihe der Heiligen. Die Muttergottes vollendet mit einer Statue, in der sie das Jesuskind hält, an Nordwand des Kirchenschiffes und mit dem zentralen Bild am rechten Seitenaltar den fürsprechenden Chor der Heiligen. Man spürt, dass die Kirche als Gottesdienstraum der bäuerlichen Bevölkerung genützt und geschätzt wurde.
Der Altarraum weißt einige Besonderheiten auf: Das Gewölbe zeigt eine Rippenstruktur und trägt in den Schlusssteinen ein fünfblättriges Rosenmotiv. Der barocke Hochaltar ist weiß-gold bearbeitet und strahlt damit eine große Helligkeit aus. Er zeigt im Hauptbild die Beschneidung des Jesuskindes im Tempel von Jerusalem. Die Statuen des Hl. Martin und Dionysius sind seitlich des Altars oberhalb der beiden Opfergangsportale angebracht. Martin ist anhand der Bischofsmütze und Gans gut erkennbar und Dionysius mit seinem abgeschlagenen Haupt, das er in den Händen hält.




