
Der Weiler Glanz liegt rechts der Isel, er besteht hauptsächlich aus verstreut liegenden Berghöfen. Glanz wurde politisch lange der Gemeinde Schlaiten, aber pfarrlich der Pfarre Oberlienz zugeordnet. Im Jahr 1744 bekamen die Bauern von Glanz vom Erzbischof in Salzburg die Erlaubnis, eine eigene Kirche zu bauen unter der Bedingung, die Kosten dafür selbst aufzubringen. Man war sich zunächst nicht einig, wo die zugesagte Kapelle stehen soll. Man sah einen weißen Ochsen, der eines Morgens an der Kuppe am Mühlbachgraben stand, als Zeichen, dort die Kapelle zu bauen. Sie wurde im Jahr 1747 fertiggestellt. Die Sonntagsgottesdienste durften weiterhin nur in Oberlienz gefeiert werden. Hl. Messen waren nur für einige Feiern wie Kirchweihfest, Pfingstdienstag und Vorabend für Allerheiligen reserviert.

Die Kapelle wurde im Jahr 1747 als Allerheiligen-Kapelle geweiht. Deshalb enthält der Hochaltar als zentrales Bild eine Darstellung aller Heiligen. Das Bild strahlt Hoffnung aus, da der Himmel überfüllt ist mit Heiligen. Links und rechts des Bildes stehen vor den Säulen des Altars die beiden Erzengel Michael und Gabriel. Michael ist an der Waage und am Schwert zu erkennen und Gabriel an der Lilie, die er in den Händen hält.
Da die Liturgie zum Allerheiligenfest in der Pfarrkirche Oberlienz gefeiert wurde, fand der Patroziniumsgottesdienst in Glanz bereits am Vorabend statt, am 31. Oktober, am Fest des Hl. Wolfgang. So wurde Wolfgang immer mehr zum Patron der Kapelle. Seit 1996 findet sich sein Bild an der rechten Seitenwand. Das Bild zierte früher die Bubenfahne, die Jugendliche von Glanz voll Stolz bei den Prozessionen in Oberlienz mittragen.
