Gedenk- und Dankgottesdienst Peter Mayr Fr 7. Nov. 2025 Pfarrkirche St. Andrä
Lesung vom Herzjesufest: Ezechiel 34,11-16 ;
Evangelium: Der Auferstandene und die Emausjünger – Lk 24
Orgel: Ossi Blassnig – Lieder vom Gotteslob (Gl)
Einzug: Gl 435; nach Hinführung: Gl 458, Zw: Orgel instrumental; Gabenb: Gl 711/4; Heilig: 711/5; Agnus: 711/6; Kommunion: Orgel instrumental, Dank: Gl 897; Schluss: Gl 502
Fürbitten Gedenkgottesdienst Peter Mayr
Gott, wir danken dir für das Leben von Peter Mayr. Wir bitten dich.
Peter war ein großer Förderer vieler Menschen, er schenkte Vertrauen und Verantwortung. Gib, dass wir Menschen uns gegenseitig fördern und nicht einschränken.
Peter war in der Landwirtschaftlichen Schule der Religionslehrer und Erzieher vieler Jugendlicher. Gib, dass die Kinder und Jugendlichen gute Vorbilder haben und lass uns selber Vorbilder sein.
Peter war Freund und Wegbegleiter für viele Menschen. Lass uns unsere Freundschaften pflegen mit Aufmerksamkeit und geteilter Zeit.
Peter hat viele Kinder getauft und viele Ehepaare bei der Hochzeit begleitet. Die Gottesdienste in der Peggetz waren sehr beliebt. Gib, dass wir den großen Schatz unserer Sakramente schätzen und mithelfen, dass wir sie würdig gestalten.
Peter hatte als Dekan und als Diözesanjugendseelsorger große Verantwortung in unserer Diözese. Gib den Verantwortlichen in unserer Kirche Kraft und Mut für ihre wichtige Aufgabe.
Für Peter war die Botschaft von einem Gott, der uns wie der barmherzige Vater verzeiht und der in uns Menschen vernarrt ist, sehr wichtig. Lass uns das große Geschenk unseres Glaubens spüren und weitergeben.
Peter musste in den letzten Jahren miterleben, wie seine Kräfte schwächer werden. Gib, dass wir unsere alten Menschen liebevoll begleiten.
Gedanken von Regina Mayr im Namen der Seelsorgestelle Peggetz
Meine erste Begegnung mit Peter Mayr war 1971, im Jahr meiner Firmung. Er leitete als Kooperator die Firmvorbereitung in St. Andrä. Als Peter Mayr dann Kaplan in die Peggetz wurde, fand ich mich recht schnell als Jungscharführerin wieder, ohne so recht zu wissen, wie mir geschah. So ähnlich dürfte es vielen in der Peggetz ergangen sein. Es gab bereits unter seinem Vorgänger Kaplan Anton Ortner ein pfarrlich engagiertes Team (Gidi Pirkner, Gabriel Ortner, Anni Sorko u. a.) Diese fragte Peter Mayr um weitere fähige Leute und konnte bald viele Neuzugänge verbuchen.
„Du kannst das“ war der Vertrauensvorschuss, mit dem er jeden und jede versah. Und tatsächlich entwickelten sich Fähigkeiten und kamen Talente zum Vorschein, von denen zuvor niemand etwas wusste – die Betroffenen selbst vielleicht am wenigsten.
Wöchentliche Ministrantenstunden fanden statt und im Sommer legendäre Ministrantenlager in Aldein südlich von Bozen. Unter ihm gab es in der Peggetz erstmals Mädchen als Ministrantinnen, für die Erstkommunionkinder wurden fast revolutionär einheitliche weiße Kutten eingeführt. Frauen engagierten sich im Wohnviertelapostolat, besuchten Geburtstagskinder und Kranke, gingen für die Caritassammlung im März von Haus zu Haus, Sternsinger – Kinder und/oder Erwachsene – brachten Segen in die weihnachtlichen Wohnungen, Familienrunden entstanden und viele gesellige Veranstaltungen ließen das Gemeinschaftsleben in der Peggetz aufblühen. Eine Zeit lang gab es sogar einen Peggetz-Chor.
Peter Mayr gewann Leute, die sich um die türkischen Gastarbeiterfamilien kümmerten und integrierten, oder später um die boat people – Flüchtlinge aus Vietnam. Unterkünfte und Arbeitsplätze wurden gefunden und Freundschaften über Jahre entstanden.
Zudem gelang es Peter Mayr, Geldgeber für viele Aktivitäten und Unternehmungen zu gewinnen, wie etwa die Finanzierung der Fahrten zu den Ministrantenlagern.
Weit über die Peggetz hinaus war Peter Mayr als Seelsorger und ausgezeichneter Prediger geschätzt. Über den Lienzer Talboden hinaus bis Nikolsdorf und ins Oberland reichte sein Ruf. Die Herz-Jesu-Kirche konnte die Gottesdienstbesucher manchmal kaum fassen, besonders zu Weihnachten und Ostern, wenn Gläubige aus nah und fern herbeiströmten.
Apropos nah und fern: Peter Mayr unternahm nicht nur Schitouren mit Gleichgesinnten, sondern organisierte heiß begehrte Reisen nach Israel, in die Türkei oder ans Nordkap.
Als er Lienz verließ um in Nordtirol zu wirken, blieben viele Freundschaften erhalten, durch seine Rundbriefe ließ er uns seinem Leben teilhaben, und der eine und die andere fanden gerne den Weg zu ihm auf Besuch in Jenbach, Buch oder St. Margarethen.
Was er in der Peggetz geschaffen hat, trägt Früchte und wirkt weiter. Die, die sich zu seiner Zeit im Pfarr- und Gemeindeleben engagierten, machten es ihr Leben lang weiter, viele von ihnen heute noch.
Wir sagen dankbar „Vergelt’s Gott“. Requiescat in pacem.
Gedanken von Helmut Krieghofer im Namen der Kolpingfamilie
Liebe Familie Mayr, liebe Freunde und Wegbegleiter von Peter Mayr, im Besonderen liebe Mitglieder der Kolpingfamilie Lienz.
Gerade als ich mir die folgenden Zeilen überlege, läuft zeitgleich im Radio Hubert von Goiserns Hit aus dem Jahr 1992 „Heast as nit, wia die Zeit vageht“.Es geht um die Vergänglichkeit der Menschen und den Wechsel der Generationen. Ein sehr schönes Lied, ich muss unmittelbar an die Vergangenheit denken.
Als damaliger Senior der Kolpingfamilie Lienz kann ich mich noch gut an das Jahr 1972 erinnern und die Nachricht der Diözese Innsbruck an uns: Kooperator Peter Mayr wird mit September 1972 als Diözesanjugendseelsorger nach Innsbruck berufen. Für uns in der Kolpingfamilie damals ein mittlerer Schock, haben wir mit dem gebürtigen Strassener Peter Mayr doch einen Präses verloren, der das Leben und Wirken von Adolf Kolping als Priester und Sozialreformer verinnerlicht und es uns immer wieder in vielfacher Form eindrucksvoll vermittelt hat. Und Peter hatte schon damals, als knapp Dreißigjähriger, die Gabe zu begeistern – als Ideen- und Impulsgeber, als Visionär oder als Mentor.
Mit ihm als Präses und unserem damaligen Vorstand – einige Mitglieder sind heute als Zeitzeugen hier in der Kirche – kurbelten wir das Vereinsleben gehörig an.
Wir hatten insgesamt 150 Mitlieder in mehreren Jung-, Kolping- und Altkolping- gruppen und hatten ein großes Haus in der Adolf Purtscher Straße zur Verfügung.
Peter Mayr war ein vorbildlicher Präses und nahm sich, neben seiner pfarrlichen Arbeit, wöchentlich für uns und die Jugendarbeit Zeit. In seine Ära Anfang der 70er fiel die Gründung der ersten Mädchengruppe, eines Jungfamilienkreises, es gab bereichernde Glaubensdiskussionen, herausfordernde Bergtouren und unvergessliche Sommerzeltlager. Nicht zu vergessen, eindrucksvolle, nachhaltige Messen hier in der Pfarrkirche St. Andrä. Das Gotteshaus war, wie heute, immer voll. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Nur einige von vielen Initiativen meines verstorbenen Freundes Peter Mayr, der es Zeit seines Lebens verstand, mit seinem Humor und seinem Charme die Umwelt zu verzaubern. Es versteht sich von selbst, dass aus dieser Zeit Freundschaften bis zuletzt Bestand hatten.
Am 20. Oktober wurde Mag. Peter Mayr in der Pfarrkirche Jenbach, wo er jahrelang als Dekan wirkte, zu Grabe getragen. Unter überaus großer Beteiligung der Bevölkerung und des Klerus mit Bischof Hermann Glettler an der Spitze.
In den Reden dort wurde auch auf das große soziale Engagement von Peter Mayr in den letzten Jahren hingewiesen. Er ermöglichte über Geldspenden unter anderem erdbebensichere Häuser im Tsunamiegebiet, Bauernhöfe in der Sahelzone und Tiefbrunnen in Burkina Faso.
Peter Mayr war im positiven Sinne ein Menschenfänger. Er hat Spuren hinterlassen. Viele, die heute hier sind, werden das bestätigen können. Peter überzeugte und beeindruckte nicht nur durch seinen Stil, sondern auch durch sein Lebensprinzip.
Und dieses lässt sich mit gleichbleibender Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Aufgeschlossenheit und Zuversicht umschreiben. Er hatte ein ausgeprägtes Sensorium und hat gespürt, was in einem vorging. Zuletzt ist es etwas still geworden um Peter Mayr. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat er mir gesagt, dass es sehr ruhig geworden ist und er froh ist über jedes Klopfzeichen, das von draußen kommt. Aber ich weiß, dass er bei Barbara und Frieda in besten Händen war.
Lieber Peter, möglicherweise hast Du uns in dieser Stunde von oben, über den Wolken im Visier. Mit Deiner Schnupftabakdose in der Hand, die Du mir immer vergeblich angeboten hast. Ich möchte Dir danke sagen, dass es Dich gegeben hat.
Deine Saat in Lienz ist aufgegangen, der Kolpingfamilie Lienz geht es im Jahr 2025 bestens, das Kolpinghaus ist in der Stadt immer noch ein Ort der Begegnung.
Danke für die vielen schönen Stunden die wir mit Dir in der Kolpingfamilie und später dann sehr häufig in Freundschaft verbringen durften.
Ich weiß, dass Du es nicht gerne hören würdest, aber Du warst ein großartiger Mensch. Deine lächelnden Augen, dein Lachen, deine Art werden uns sehr fehlen. Deine Briefe werden mir fehlen. Und das traditionelle Zusammensein zu Weihnachten in Jenbach ohne Dich, noch unvorstellbar.
Zuletzt darf ich noch aus dem letzten Buch meines heuer leider auch verstorbenen Bruders Gerald zitieren: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird“. Lieber Peter, danke Dir und ruhe in Frieden.
Gedanken von Direktor Markus Einhauer im Namen der LLA Lienz
Mag. Peter Mayr hat 1974 die Nachfolge von Kaplan Anton Ortner angetreten und war bis 1987 an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt als Kaplan tätig. Er hat in dieser Zeit an der Schule gewohnt und war de facto auch als Internatsleiter tätig. Mit einige Gedanken von ehem. Schülern und Lehrern wollen wir uns an sein verdienstvolles Wirken an der LLA erinnern:
Er hat viel Internatsdienst gemacht und zum Aufwecken in der Früh über den Lautsprecher die damals bekannten Melodien z.B. von den Schlossberg Buam gespielt.
Gleich darauf startete die Aktion „Harte Hunde“ – Frühsport im Sommer wie Winter – eine Runde Dauerlauf ums Schulfeld auch bei Regen und Schnee. Die Schüler waren dann auch stolz darauf, Teil dieser „harten Hunde“ zu sein. Und Peter ist immer Voraus gelaufen, Seine ehemaligen Schüler erzählten – „der woa ondascht gut beinand“.
Von den Burschen war er höchst akzeptiert und ein ausgesprochen korrekter und zugleich empathischer Internatsleiter. Er sah einfach alles!
Im Religionsunterricht konnte er freihändig und spontan in exakter ununterbrochener Linienführung Israel, Syrien, Palästina, Babylon, Ägypten,., auf die Tafel zeichnen und komplettierte damit, zu seinem unvergleichlichen Vortrag, ein verständliches Bild vom Alten- und Neuen Testament.
Als Seelsorger hat er ausgezeichnet gepredigt und hat vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern das Sakrament der Ehe gespendet.
Für uns war er schon damals, ein „Vertrauenspädagoge“ mit Herz. Auch nach der Schulzeit hatten wir immer wieder sehr freundschaftliche und wertschätzende Begegnungen, er ist eben „gonz a feina Mensch“ gewesen.
Viele erlebten Kaplan Peter Mayr als Geistlichen mit einem weltlichen Erscheinungsbild wie man es sich heute wünschen würde. So wollte Peter vor der Trauung auch die Schwiegereltern des Bräutigams kennen lernen. Nach dem Gespräch sagte der Schwiegervater zum Bräutigam – Na Franz – wie i den Pfarrer gsegn hob, hob i mir gedacht, der schaug jo goa nit aus wie a Pfarrer!
Und ein ehem. Schüler von ihm meinte: Er war ein sehr warmherziger Mensch, nicht so katholisch, er hat nicht ausgeschaut wie ein Pfarrer, er hat auch nicht geredet wie ein Pfarrer – außer bei der Predigt! Und er war unter anderem auch Bote für unsere Briefe zwischen Burschen- und Mädcheninternat.
Bei seiner Beerdigung in Jenbach wurde unter anderem gewürdigt, dass er niemanden ausschließt und alle hereinholt. Ein schönes Beispiel dafür ist auch die Rekrutierung der Ministranten für die Herz Jesu Kirche. Der Kaplan kam in die Klasse und fragte – Wer hat von euch schon mal ministriert? Fast alle haben aufgezeigt – Fragen wir anders – Wer war noch nie Ministrant! 2-3, Ihr seids meine Ministranten, – ein betroffener Schüler: des kann i ober nit – des zeig ich dir wohl. Ich geh jo goa nit in die Kirche – des wird schwierig, aber römisch katholisch bisch du, also kemma do nit gonz aus! Die einzige Zeit wo ich ministriert habe, war bei ihm – das ganze Jahr!
Geschätzter Kaplan Peter Mair, du hast der Schule und den jungen Menschen bei uns außerordentlich gutgetan. Du warst für die jungen Menschen ein großartiges Vorbild und ein wertvoller Begleiter im Erwachsen werden. Deine verbindende und offene, menschliche Art hat viele begeistert und unterstreicht eindrucksvoll dein überaus positives Wirken für unsere Schulgemeinschaft.
Lieber Peter – Vergelts Gott! Ruhe in Frieden!
Gedanken von Sabine Legerer im Namen vieler Freunde
In Erinnerung an Seelsorger und Pfarrer Peter Mayr fällt auf, dass er selbst ein Begeisterter war, ein von der Botschaft Christi Ergriffener, der andere zu begeistern verstand. Man spürte seine Freude an seinem Beruf und im Umgang mit den Menschen. Um seinen Zuhörern die biblischen Inhalte erinnerungsstark zu vermitteln, malte er mit Sprache Bilder. Dabei bediente er sich gerne verschiedener Kurzgeschichten, was in den siebziger Jahren etwas ganz Neues war. Da ist z. B. der Apfelbaum mit hunderten von bunten Tüchern, die dem heimkehrenden Strafgefangenen von weitem signalisieren: „Du bist trotz deiner Vergehen willkommen zu Hause!“ Und dabei hatte dieser verlorene Sohn nur um ein einziges buntes Tuch gebeten. Und genau diese Bibelstelle vom „Verlorenen Sohn“ gehörte so wie die Erzählung von den Emmausjüngern zu Peters Lieblingsstellen. „Brannte nicht unser Herz?“ fragten sich ja die Jünger bei der Begegnung mit Jesus auf ihrem Weg nach Emmaus.
Darüber hinaus konnte Peter mit seinen Hobbys Bergwandern und auf Schitour gehen punkten. Jeder wurde dazu eingeladen und es war oft ein lockeres den Pfarrer näher kennen lernen möglich. Die Vernetzungen, die dabei entstanden, blieben weit über seine Zeit in Osttirol bestehen. Ein Highlight der besonderen Art aber war immer der Einkehrschwung bei Peters Mama, die die hungrigen Schitourengeher mit ihrem berühmten „Zettelkraut“ verwöhnte.
Als Peter nach Jenbach ging und die Aufgaben eines Dekans übernahm, meinte er mit Hermann Hesse: „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Und jedem Neubeginn wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben!“ Ein großer Seelsorgeraum war nun zu führen, Widum und Pfarrkirche Jenbach warteten auf ihren Umbau, und irgendwann begann das Gefühl gelebt zu werden und nicht zu leben Spuren zu hinterlassen. Nach 17 Jahren Jenbach erfolgte der Umzug ins Pfarrhaus St. Margarethen. Peter beschreibt in einem Rundbrief seine neue Aufgabe im Seelsorgeraum Strass so: „Da hat jede der vier Gemeinden ein ganz anderes Gesicht und Profil, und es ist gar nicht leicht, sie in der großen Gemeinschaft des Seelsorgeraumes zu hüten, denn jede Gemeinde will ihre eigene Weide.“
So war es für Peter naheliegend, sich auch in der Dichtkunst Zuspruch und Ausblick zu suchen, wie hier z. B. bei Rainer Maria Rilke:
„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn,
ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, den uralten Turm und ich kreise jahrtausendelang:
und ich weiß noch nicht, bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang.“
Peter fragt, ob er wohl nicht nur ein Falke sei, der schnell einmal auftaucht und wieder verschwindet, oder ob er vielleicht ein Sturm sein könne, ein Sturm des Heiligen Geistes, der erneuert. Und wenn er ein großer Gesang sein dürfte, dann sollten aus dessen Melodie Vertrauen und Freude erwachsen und die dunklen Töne aus finsterer Schlucht sich auflösen in die strahlende Helle des Morgens. Peter betont: „Ja, auch ich ringe um Gott in meinem Leben, darum, dass ich mich getrau loszulassen, um mich ganz ihm zu überlassen.“ Dies galt besonders, nachdem gesundheitliche Probleme Zeichen gesetzt hatten, die zum Kürzertreten aufforderten. Auch das eine neue Herausforderung, bis schließlich die Pensionierung zu bewältigen war. Peter schreibt: „Nun muss ich meine Arbeit neu entdecken, denn es ist nicht mehr eine hausgemachte, erfüllende Seelsorge, sondern jetzt muss ich zur nachgehenden Seelsorge hinüberfinden. Wo sind die Menschen, die sich freuen, wenn ich komme, die mir Rast auf dem Weg in die Ewigkeit anbieten. Früher sind sie bei mir vorbeigekommen, jetzt muss ich sie aufsuchen, einladen, Klagemauer, Rastplatz, Freundschaft füreinander sein. Mit dieser nachgehenden Seelsorge stehe ich aber erst am Anfang.“
Und allmählich wurde das JETZT wichtig, nicht das Morgen, das uns nur allzu oft dominiert. Peter schreibt: „JETZT – das ist der Schnittpunkt mit der Zeit. Wir leben heute schon in diesem Doppelbereich: Außen, da stehst du mitten in der Zeit. Innen, da ist in dir die Ewigkeit“. Das Innen, die Verinnerlichung sieht Peter als „eine eigentlich lebenslange Hauptaufgabe, die erst im Sterben Erfüllung findet“. Was uns äußerlich verloren gehen kann, wird innerlich erhalten. Peter weist hin auf Elise Mac Lay, die dieses Bedürfnis in ein dichterisches Bild fasst: „Fünf Kinder habe ich aufgezogen und vieles erlebt, Schönes und Schreckliches. Darüber muss ich nachdenken, muss es in Ordnung bringen auf meinen inneren Regalen!“ Peter ist überzeugt, dass in unserem Inneren das Fließen des Lebens zum Dialog werden kann hin auf das große DU, hin auf den väterlichen Gott, hin zur Begegnung mit dem auferstandenen Christus.
Trotz mancher dunklen Stunde schreibt Peter: „Wenn ich an meine alten Tage denke, dann bewege ich mich als Heimkehrer zu einem herzensguten Vater. Und das ist die frohe Botschaft für uns alle und die Antwort auf die Frage, wo gehst du hin? Ich bin voll Sehnsucht und Vertrauen auf dem Heimweg zum Vater.“
Und diesen Heimweg hat Peter jetzt angetreten….