Predigt Floriani 2026
Description
Predigt Floriani 2026
Evangelium: Johannes 14,1-12
Wo bin ich daheim? Was gibt mir Sicherheit? Wo gehöre ich hin? Wo kann ich bleiben? Das sind Urfragen von uns Menschen. In der einen und anderen Form haben wir sie uns alle schon gestellt.
Wir alle brauchen ein Zuhause, damit wir nicht im wahrsten Sinn des Wortes auf der Straße leben müssen oder im Regen stehen oder in der Kälte ausharren müssen. „Das Haus, die Wohnung ist viel mehr als eine Ansammlung von Steinen. Es bedeutet Geborgenheit, ein Dach über dem Kopf und Obdach für die Seele.“ meint der im Jahr 2024 verstorbene Bischof Franz Kamphaus in einer seiner treffenden Ansprachen.
Ich möchte heute am Florianisonntag diese Urerfahrung und Ursehnsucht von uns Menschen zunächst mit dem Evangelium in Verbindung bringen und dann mit dem wichtigen Dienst der Feuerwehr.
Abschiedsworte Jesu in Johannes 14
Im heutigen Evangelium hören wir einen Teil der Abschiedsworte Jesu an seine Jünger, wie es das Johannesevangelium berichtet. Wir spüren den Ernst und die Besonderheit der Situation. Jesus weiß, dass er bald sterben wird, die Jünger ahnen es. Im Angesicht dieser Situation stellen sich die Urfragen von uns Menschen nochmals neu: Wo bin ich daheim? Was gibt mir Sicherheit? Wo gehöre ich hin? Wo kann ich bleiben? Jesus gibt treffende Antworten
Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Jesus weiß, dass jetzt Verwirrung und Unsicherheit bei den Jüngern vorherrscht und sie hinunterzieht. Aber er weiß umso besser, dass dies nicht die Lösung und das Ziel ist. So spricht er ihnen Mut und Ausdauer zu.
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Es ist für Jünger leichter gesagt als getan, im Angesicht der bedrohlichen Situation an Gott und an Jesus zu glauben. Und trotzdem ist genau das jetzt die Antwort.
Die Frage des Thomas: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen.“ (Joh 14,5) ist in dieser Situation klärend und wichtig. Sie zeugt vom Ringen und Vertrauen und Zweifel und Bitten, dass alles gut wird.
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Jesus weiß, dass wir Menschen irdischen Wohnungen benötigen und gleichzeitig nur Gast auf Erden sind. Er sagt den Jüngern zu, dass er über die irdischen Wohnungen hinaus im Himmel ewige Wohnungen für sei und uns alle vorbereitet.
Floriani und Feuerwehr
Heute am Florianisonntag möchte ich diese Zusagen Jesu mit der Tätigkeit der Feuerwehr in Verbindung bringen. Die Abschiedsworte Jesu sind ja auch ein Krisen- und Motivationsgespräch Jesu angesichts der kommenden Gefahr und Katastrophe seines Todes. Vieles kann auch als Krisenbesprechung angesehen werden. So hier nochmals die drei Zusagen Jesu an euch Feuerwehrleute:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren
Ihr wisst alle, wie wichtig Konzentration und Ruhe bei Gefahren ist. Hektik und panisches Reagieren wäre genau das falsche.
Glaubt an Gott und glaubt an mich
Was hat die Tätigkeit der Feuerwehr mit dem Glauben zu tun, was hat Nächstenliebe mit der Gottesliebe zu tun? Hier das christliche Zeugnis des Hl. Florian, des Patrons der Feuerwehr.
Florian war Offizier der römischen Armee und diente als Amtsvorsteher in der römischen Provinz Noricum. Nach seiner Pensionierung, die womöglich erfolgte, da er sich als Christ bekannte, lebte er in Aelium Cetium, dem heutigen St. Pölten. Unter Kaiser Diokletian kam es im gesamten Römischen Reich zu weitreichenden Christenverfolgungen (303-304). Auch in Lauriacum, dem heutigen Lorch – einem Stadtteil von Enns – wurden 40 Christen ausgeforscht und festgenommen. Florian eilte den Inhaftierten zu Hilfe, doch deswegen wurde auch er verhaftet, da er sich weigerte dem Christentum abzuschwören. Florian wurde der Überlieferung nach mit Knüppeln geschlagen, seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen, schließlich wurde er zum Tode verurteilt und von einem jungen Mann mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestoßen, nachdem sich andere Soldaten aus Ehrfurcht im Angesicht des betenden Florian geweigert hatten, das Todesurteil zu vollstrecken.
In der Nacht nach seiner Hinrichtung erschien Florian Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut tat. Über Florians Grab wurde zunächst wohl eine Holzkapelle errichtet. Im 8. Jahrhundert entstand über der vermutlichen Grabstätte das Augustiner Chorherrenstift St. Florian.
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Ich möchte danke euch Feuerwehrmännern danke sagen für euren Einsatz, brennende Häuser zu retten.
Danke, dass ihr mithelft, dass Menschen ein Dach über dem Kopf haben und nicht im Regen stehen oder auf der Straße leben müssen.
Details
- Date: 2. Mai 2026
- Preacher: Franz Troyer
- Passage: Johannes 14,1-6