Peace please – Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl am Freitag 15. Mai 2026

Das Helenenkirchl oberhalb von Thurn und Oberlienz ist für viele Menschen ein besonderer Ort. Bei der jährlichen Nachtwallfahrt beten wir gemeinsam um Frieden in unseren Familien und in der Welt. Die Stationen des Friedensweges und die Hl. Messe bei Fackelschein am Platz vor dem Helenenkirchl geben Kraft. Die Stationen des Friedensweges werden von den Jugendlichen der JB/LJ Glanz, Oberlienz, Thurn, Gaimberg und Patriasdorf gemeinsam mit Dekan Franz Troyer gestaltet. Hier die Gedanken der Jugendlichen.

Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 1

Station 1: Sämann – JB/LJ Oberlienz

Am Beginn des Friedensweges steht der Sämann. Er erinnert daran, dass alles, was wächst, einen Anfang braucht. Mit offenen Händen streut er den Samen aus – ein Zeichen für Vertrauen und Hingabe. Auch Gott sät in unser Leben: Worte der Liebe, Zeichen der Hoffnung, Spuren des Friedens. Oft sind sie klein und unscheinbar, doch sie tragen Kraft in sich. Der Sämann lädt ein, selbst zum Werkzeug des Guten zu werden. Was wir weitergeben, kann Wurzeln schlagen und wachsen – still und beständig. So beginnt der Weg des Friedens nicht erst am Ziel, sondern im ersten Schritt, im ersten Samen, den wir in die Welt legen.

Fürbitten:

  • Guter Gott, lass uns achtsam sein in unseren Worten und Taten,
    damit wir Frieden, Vertrauen und Hoffnung in die Welt säen
  • Guter Gott, stärke in uns die Geduld, auf das Wachstum des Guten zu vertrauen,
    auch wenn wir die Früchte unseres Handelns nicht sofort sehen.

Station 2: Lerne von der Geschichte – WEGWEISER   JB/LJ Gaimberg

Die Wegweiser zeigen Entfernungen zu Kriegsschauplätzen der letzten Jahrhunderte: Stalingrad, Hiroshima, Isonzo, Auschwitz, Sarajevo, Vietnam. Die Sinnlosigkeit eines jeden Krieges macht betroffen. Im Krieg zählt nicht mehr der einzelne Mensch. Er kennt nur Verlierer, sät Tränen und Leid und nimmt keine Rücksicht auf Gefühle, Schicksale und Lebensgeschichten. Ein solcher Ort des Leids befindet sich ganz in der Nähe dieses Friedensweges: Im Lienzer Ortsteil Peggetz ereignete sich am Ende des Zweiten Weltkriegs die „Kosakentragödie“, bei der viele Kosaken selbst den Tod suchten. Sie befürchteten, von den Engländern an die Russen ausgeliefert und dann gequält und getötet zu werden. Auch heute zeigen uns z.B. die Kriege in der Ukraine und im Iran, dass die Gefahr von Krieg noch immer besteht. Umso wichtiger ist es, aus der Geschichte zu lernen und uns für Frieden einzusetzen.

Fürbitten:

  • Guter Gott, wir denken an alle Menschen, die in Kriegen leiden, ihre Heimat verlieren oder um ihr Leben fürchten müssen. Schenke den Verantwortlichen Einsicht und den Mut zum Frieden, damit Gewalt und Hass ein Ende finden.
  • Guter Gott, hilf uns, aus der Geschichte zu lernen und wachsam zu bleiben, damit sich Leid und Unrecht nicht wiederholen. Stärke in uns den Willen, für Frieden, Versöhnung und ein gutes Miteinander einzutreten.

Station 3: Baum – JB/LJ Patriasdorf

Ein Baum steht fest verwurzelt in der Erde. Seine Wurzeln geben ihm Halt, auch wenn Stürme kommen. So wie der Baum Halt braucht, brauchen auch wir Menschen Wurzeln: Vertrauen, Hoffnung und Gemeinschaft. Doch Kriege reißen Menschen aus ihrer Heimat, zerstören ihre Wurzeln und lassen sie entwurzelt zurück. Frieden bedeutet, neue Wurzeln wachsen zu lassen – in Versöhnung, im Zuhören und im Miteinander. Wie ein Baum, der trotz verletzter Äste weiterlebt, kann auch Frieden wachsen, wenn wir ihn nähren und schützen.

Fürbitten

  • Guter Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die durch Krieg ihre Heimat und ihre Wurzeln verloren haben. Schenke ihnen neue Hoffnung, sichere Orte und Menschen, die ihnen Halt geben.

Guter Gott, wir bitten dich für uns alle: Stärke unsere Wurzeln im Glauben, in der Liebe und im Einsatz für den Frieden. Hilf uns, wie ein starker Baum zu sein, der Schutz bietet und Leben ermöglicht.

Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 3

Station 5 Kreuz – JB/LJ Glanz

Das Kreuz ist Zeichen von Leid und Hoffnung zugleich. Jesus hat Schmerz, Angst und Einsamkeit getragen und dennoch an der Liebe festgehalten. Auch wir tragen Kreuze in unserem Leben: Sorgen, Konflikte, Krankheit oder Unfrieden. Im Blick auf das Kreuz dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns nicht allein lässt. Aus dem Dunkel kann neues Licht wachsen, aus Verletzungen Versöhnung und aus Angst Frieden.

Fürbitten:

  • Für alle Menschen, die unter Krieg, Unfrieden und Gewalt leiden: Stärke die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, Wege der Versöhnung zu suchen, und schenke den Menschen Hoffnung auf Frieden.
  • Für uns selbst und unsere Gemeinschaft: Lass uns bereit sein, das Kreuz des anderen mitzutragen, einander beizustehen und durch Worte und Taten Frieden zu stiften.

Station 6 Quelle des Lebens – JB/LJ Thurn

Wasser schenkt Leben, Frieden und Hoffnung. Ein klarer Bergbach erinnert uns daran, wie gut es tut, wenn Menschen friedlich miteinander leben. Gott lädt uns ein, dankbar zu sein und Frieden weiterzugeben – durch gute Worte, Hilfsbereitschaft und Liebe. Wo Frieden wächst, kann Leben aufblühen wie eine Landschaft am Wasser.

Fürbitten:

  • Guter Gott, wir bitten dich um Frieden in der Welt. Lass Menschen einander mit Respekt begegnen und Wege der Versöhnung finden.
  • Guter Gott, hilf uns, dankbar für deine Schöpfung zu sein und wie frisches Wasser Freude, Hoffnung und Frieden zu anderen Menschen zu bringen.
Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 6

Station 8: Pflug – JB/LJ Patriasdorf

Ein Pflug durchbricht den harten Boden, wendet die Erde und macht sie bereit für neues Leben. Was zunächst wie Zerstörung wirkt, ist in Wahrheit Vorbereitung für Wachstum und Fruchtbarkeit. Auch in unserem Leben gibt es Zeiten, in denen unser Herz „umgepflügt“ wird – durch Herausforderungen, Begegnungen oder Einsichten. Wenn wir zulassen, dass Gott in uns wirkt, kann aus verhärtetem Boden neues Leben entstehen. Frieden wächst dort, wo wir bereit sind, uns verändern zu lassen, wo wir Liebe säen und Versöhnung zulassen. So tragen wir Früchte – nicht nur für uns selbst, sondern für die Welt.

Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 8

Fürbitten:

  • Guter Gott, du bereitest den Boden unseres Lebens. Hilf uns, offen zu sein für dein Wirken, damit in uns Frieden wachsen kann und wir ihn weitertragen zu den Menschen um uns.
  • Guter Gott, du schenkst Wachstum und reiche Ernte. Lass uns achtsam mit deiner Schöpfung umgehen und die Früchte der Erde gerecht teilen, damit alle Menschen in Frieden leben können.

Station 9 Mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens -JB/LJ Thurn

Frieden beginnt im Herzen eines Menschen. Dort, wo Menschen einander zuhören, vergeben und respektvoll miteinander umgehen, kann Gemeinschaft wachsen. Dankbarkeit und Hoffnung helfen uns, Licht und Freude in die Welt zu bringen und Frieden weiterzugeben.

Fürbitten:

  • Guter Gott, schenke allen Menschen den Mut zur Versöhnung und die Kraft, Frieden statt Streit zu wählen.
  • Guter Gott, hilf uns, mit unseren Worten und Taten Hoffnung, Freude und Frieden zu verbreiten.

Station 10: REGENBOGEN UND FRIEDENSTAUBE JB/LJ Gaimberg

Der Regenbogen ist das Zeichen des Bundes zwischen Gott und Mensch am Beginn der Menschheit. Er erinnert uns daran, dass Gott uns liebt und dass auch wir füreinander in Freundschaft begegnen sollen. Manchmal vergessen wir darauf und denken nur an uns selbst. Dieses Glasfenster erinnert an die Sintflut und den anschließenden Bund Gottes mit Noah. Es zeigt uns: Nach jedem Regen kommt wieder die Sonne und nach jedem Sturm ist ein Neuanfang möglich. Zur Zeit des Noah musste die Taube lange warten, bis sie einen Zweig fand und wieder auf trockenem Boden aufsitzen konnte. Auch heute brauchen Friedenstauben viel Geduld und Ausdauer. Umfassender Friede auf der Welt ist nur möglich, wenn die Menschheit aufhört, die Natur auszubeuten und sich auf Kosten anderer zu bereichern. Klimaschutz ist zutiefst Menschenschutz. Am Glasfenster sehen wir einen kaputten Ölbohrtum, der mitten im Meer steht. Er will ein Mahnmal gegen die Ausbeutung sein.

Fürbitten:

  • Guter Gott, wir danken dir für die Schönheit deiner Schöpfung und unsere Erde als gemeinsames Zuhause. Öffne unsere Augen für ihre Vielfalt und hilf uns, achtsam mit ihr umzugehen, damit wir bewahren und schützen, was du geschaffen und uns anvertraut hast.
  • Guter Gott, wir denken an alle Menschen, die unter den Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel leiden. Besonders an jene, die ihre Heimat verlieren oder nicht genug zum Leben haben. Schenke uns ein offenes Herz für ihre Not und den Mut, Verantwortung zu übernehmen, damit unsere Welt gerechter und friedlicher wird.
Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 10
Friedenswallfahrt zum Helenenkirchl Station 10

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