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Predigt Mit dem Hl. Franziskus Erntedank 2026 feiern.

 

Öffne meine Augen Gott, deine Herrlichkeit in der Vielfalt von Pflanzen und Blumen zu sehen.

Öffne meine Ohren, Gott, deine Stimme im Vogelgesang und im Rauschen der Blätter zu hören.

Öffne mein Herz, Gott, deine Stimme in der Fülle von Früchten und Samen zu erahnen.

Öffne meine Hände, Gott, deine Schöpfung zu pflegen und zu bewahren.

Öffne mein Leben, Gott, und mach mich fähig, dich in allem zu erkennen.

 

Dieses schöne Gebet befindet sich im Gotteslob ((Gl 19/3) Es stammt von Andrea Rehn-Laryea. Das Gebet könnte genauso vom Hl. Franziskus stammen. Franziskus starb am 3. Oktober 1226, also genau vor 800 Jahren.

So möchte ich die einzelnen Teile mit Franziskus verbinden und sie im Blick auf das heutige Erntedankfest betrachten.

 

Mit Franziskus Augen auf und staunen

Franziskus war für das Wunder der Natur offen und dankbar: für Blumen, für Tiere, für Sonne, Mond und Sterne, für Erde, Wasser, Feuer und Luft. Sein Sonnengesang zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung. Franziskus dankt hier nicht so sehr für Sonne, Mond und Sterne und die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft, sondern fordert diese auf, mit ihm zusammen Seite an Seite Gott zu loben. Sie sind seine Brüder und Schwestern.

Ich bin überzeugt: Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, der sieht mehr. Wer dann nicht zum Stauen kommt, ist wohl sehr abgehärtet.

 

Öffne meine Augen Gott, deine Herrlichkeit in der Vielfalt von Pflanzen und Blumen zu sehen.

 

Mit Franziskus neu Hören lernen

Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ über Franziskus: „Er hat der Stimme Gottes zugehört, er hat der Stimme der Armen zugehört, er hat die Stimme der Natur vernommen. All das verwandelte er in einen Lebensstil.“ (Fratelli tutti 48).

So wird einmal eine Grille sein Lehrmeister. Es befindet in seinem geliebten Portiunkula am Fuß von Assisi und macht gerade eine schwere Zeit durch, die ihn schwermütig macht. Neben seiner Hütte steht ein Feigenbaum und dort wohnt eine Grille. Diese zirpt unermüdlich ihr Lied. Franziskus ruft sie zu sich: „Meine Schwester Grille, komm her zu mir!“ Sie kommt und setzt sich auf seine Hand. Franziskus sagt zu ihr: „Singe, meine Schwester Grille, und lobe den Herrn, deinen Schöpfer, durch dein Jubilieren!“ Ohne Zögern gehorcht sie und beginnt zu singen. Sie hört nicht auf, bis Franziskus selbst singend und dankend in ihr Lied einfällt. Dies wiederholt sich acht Tage lang, bis der Schwermut von Franziskus vorbei ist.

 

Öffne meine Ohren, Gott, deine Stimme im Vogelgesang und im Rauschen der Blätter zu hören.

Mit Franziskus sich berühren lassen

Franziskus gehört zu den Menschen, die sich von der Freude und vom Leid berühren lassen. Er kann am Aussätzigen nicht vorüber gehen, er muss ihn umarmen. Franziskus lässt sich vom Wort Gottes, das er beim Gottesdienst hört, berühren und herausfordern. Heute würde man sagen: Er war ein empathischer – hineinfühlender – und ein sympathischer – mitfühlender- Mensch.

 

Öffne mein Herz, Gott, deine Stimme in der Fülle von Früchten und Samen zu erahnen.

 

Mit Franziskus bewusst handeln

Wir fahren alle Jahre mit unseren Junggefirmten nach Assisi. Ich erzähle dort viel von Franziskus. Eine Begebenheit fasziniert die Jugendlichen jedes Jahr. Franziskus kommt nach Poggio Bustone, einem Dorf, das damals sehr verschrien war. Und was tut Franziskus dort? Er begrüßt die Menschen mit den Worten „buon giorno, buona gente – guten Morgen, gute Leute.“ Diese Worte sind nicht ein psychologischer Trick, sondern die Überzeugung, dass in jedem Menschen ein guter Kern drinnen ist.

Hier sehen wir: Sein Reden und sein Tun hängen zusammen. Sein Denken von der Grundwürde jedes Menschen ist zu einer Haltung geworden und zeigt sich in seinem Tun. Bei manchen Leuten hat man ja den Eindruck: Was sie sagen ist super. Aber ihr Handeln ist das Gegenteil davon.

 

Öffne meine Hände, Gott, deine Schöpfung zu pflegen und zu bewahren.

 

Mit Franziskus Gott suchen und finden

Franziskus betet als junger suchender Mensch in der Kirche von San Damiano. Das Kreuz steht in der zerfallenen Kirche am Boden und so betet er Auge in Auge zu Jesus. Er merkt immer mehr, wie liebevoll ihn Jesus anschaut. Unter den Augen Jesu bekommt er Ansehen. Die Freundschaft zu Jesus wird für ihn immer wichtiger. Sein Glaubensbekenntnis lässt sich zusammenfassen mit Krippe, Eucharistie und Kreuz. Kein Wunder, dass er im Blick auf das Kreuz sogar die Wundmale Jesu bekommt.

 

Öffne mein Leben, Gott, und mach mich fähig, dich in allem zu erkennen.

Das ist dem Hl. Franziskus gelungen. Das ist wohl auch das Besondere und der Grund, dass er nach 800 Jahren noch topaktuell ist. Er sieht die Verbindung zwischen alltäglichen Erfahrungen und Gott.

 

Schöner kann Erntedank auch nicht überschrieben werden. Ich sehe die Verbindungen zwischen alltäglichen Erfahrungen und Gott. Staunen und Danken ist dann eine natürliche Folge.

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