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Predigt Verweigerung und viele Ausreden

Evangelium Matthäus 22,1-14

 

Kennst du folgende Sätze? Sagst du sie selber manchmal oder hörst du sie von anderen Menschen?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Ich muss noch schauen.

Mal sehen, ich melde mich noch.

Ich muss noch die anderen fragen.

Ich glaube, ich habe da keine Zeit.

Ich habe leider so viel zu tun, ich habe leider keine Zeit

 

Das sind wohl typische Ausreden in unserer Gesellschaf, oder?

Wie geht es dir, wenn du Ausreden hörst oder selber verwendest? Ist es Ausdruck von Feigheit, Unentschlossenheit oder der Neigung, sich immer alle Türen offen zu lassen?

Manchmal, wenn Leute sagen „Ich kann da leider nicht!“, da antworte ich: „Kannst du nicht oder willst du nicht!“.

 

Auf jeden Fall kennt auch die Bibel viele Menschen mit Ausreden. Ein Musterbeispiel ist das heutige Evangelium. So möchte ich auf das heutige Evangelium blicken, besonders auf die vielen Eingeladenen mit ihren Ausreden, und den Mann ohne Hochzeitskleid.

 

Viele Eingeladene und ihre Ausreden

Menschen haben die große Chance, bei einer Königshochzeit dabei zu sein. Der Hinweis, dass die Ochsen und das Mastvieh schon geschlachtet sind, zeugt davon, dass es ein großes Fest wird.

Viele von uns würden sagen: Super! Diese Chance lasse ich mir nie entgehen. Die kommt nur einmal. Aber was tun die eingeladenen Gäste:

Sie aber wollten nicht kommen.

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,

wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Wir sehen die Haltung: Ich habe wichtiger zu tun. Ich habe keine Zeit.

Eigenartig ist vor allem die Tatsache, dass die Diener sogar misshandelt wurden und getötet. Der König lässt daraufhin ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Einige sehen dies als Hinweis auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. und dass mit den Ersteingeladenen die Schriftgelehrten gemeint sind. Der Bibeltext ist ja kurz nachher entstanden.

 

 

Mann ohne Hochzeitskleid – Andere Ausnützen

Viele Eingeladene kommen gar nicht zur königlichen Hochzeit. Der König lässt sich nicht abwimmeln und schickt seine Diener auf die Straßen. So kommt ein Mann von der Straße, der kein Hochzeitskleid trägt. Er wird deshalb vom König gerügt: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen?

Zunächst fragen wir: Wo soll er so schnell ein Hochzeitskleid hernehmen? Und womöglich kann der arme Mann sich auch keines leisten! Hier ist zunächst eine Klärung hilfreich. Manchmal bekamen Leute, die sich kein Hochzeitskleid leisten konnten, beim Eingang auch ein Kleid zum Leihen.

 

Also liegt das Problem irgendwo anders und der Mann gibt wohl absichtlich keine Antwort. Es heißt ja im Text: Der aber blieb stumm. Er ist zu feig zu antworten.

Demnach ist das ein Mensch, der nur eine Gratisparty will, ein Gratisessen.

Er hat kein Interesse am Fest und am Bräutigam.

Er ist nur sich selbst und seinen Vorteil bedacht.

Das Fest und die Umgebung sind ihm „wurscht“.

 

Großzügigkeit und Strenge des Königs

Wie wurdest du bei diesen vielen Ausreden, bei der Verweigerung und bei dem Egoisten als König reagieren.

Es fällt aber auf, dass er enttäuscht ist und es ihm nicht egal ist, wie die Eingeladenen reagieren. Er wird zornig, er lässt die Stadt der Mörder zerstören. Er wirft den Mann ohne Hochzeitskleid hinaus.

 

Wir sehen: Es geht einfach nicht, dass ich nur das tue, was ich gerade will, oder immer nur meinen Vorteil suche.

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  • Date: 11. Oktober 2026
  • Preacher:
  • Passage: Matthäus 22,1-14