Radiomesse 22. Jänner 2023: Pfarrkirche Oberlienz

Radiomesse 22. Jänner 2023: Pfarrkirche Oberlienz

am Sonntag des Wortes Gottes – Bibelsonntag

Link zum Anhören: Klicken Sie hier zum Anhören des Gottesdienstes auf der ORF Seite.

Thema: Bibelworte – Was bringen sie

Mitwirkende Musik:  Kirchenchor Oberlienz (Leitung Siegmund Plautz); Kirchenbläser Oberlienz (Leitung Norbert Oberhauser); Orgel: Alois Wendlinger; Kantor: Alois Wendlinger

Hauptzelebrant: Pfarrer Franz Troyer

Mitgestaltung: Kinder der Volksschule Oberlienz, LektorInnen und KommunionhelferInnen der Pfarre Oberlienz

 

Einzug: Orgel

Eröffnungslied Kirchenchor „Gottes Geist und Gottes Wort“ (Bernd-Martin Müller)

Kreuzzeichen, Begrüßung und Hinführung: Pfarrer Franz Troyer

Gedanken von Kindern der VS Oberlienz: An der Bibel gefällt mir ….

Dazwischen  „Herr gib uns Mut zum Hören“ Gl 448; Kantor, dann alle

 Lied Gloria: Orgel und alle Gl 710/2

Tagesgebet: Pfarrer Franz Troyer

Lesung 1: Jesaja 8,23b-9,3a   Lektor: Franz Stotter

Hinführung: Die Worte des Propheten Jesaja. Was bringen sie? Jesaja gibt Hoffnung, dass in unserer Welt die Zeiten der Dunkelheit nicht das letzte Wort haben.

Lied: Kirchenchor und Bläser „Herr, unser Gott“ (Josef Ignaz Schnabel)

Lesung 2: 1 Kor 1,10-13.17 LektorIn: Selina Lercher

Hinführung: Bibelworte – was bringen sie? Der Apostel Paulus beklagt, dass es große Spaltungen in der Gemeinde von Korinth gibt. Ist denn Christus zerteilt?

Hallelujaruf

Evangelium:  Mt 4,12-23 Pfarrer Franz Troyer

Hinführung: Bibelworte – was bringen sie? Auch wir haben die Chance, uns von Jesus rufen zu lassen.

Predigt:  Pfarrer Franz Troyer

Fürbitten: Gabriel Holzer, Annamaria Gomig, Johanna Gomig, Maria Neumayr

Lied Gabenbereitung: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ (Choral J. Sebastian Bach) Kirchenbläser

Lied Heilig: Orgel und alle Gl 710/6

Vaterunser: gesungen Gl 779

Agnus Dei: beten

Lieder Kommunion: „Herr, unser Gott“ (Kirchenchor und Bläser); „Marienmyrthen“ (Josef Gruber Kirchenchor)

Meditationstext „Mit Adam und Eva …“; Lektorin: Maria Neumayr

Danklied: Orgel und alle: Gl 395 Den Herren will ich loben

Dank und Verabschiedung: Pfarrer Franz Troyer

Schlussgebet und Segen

Auszug: Orgel

 

PREDIGT und TEXTE aus der Messe:

Predigt: Bibelworte wie Vollkornbrot gut kauen

Vor Jahren fragte ein Tiroler Pfarrer den zehnjährigen Peter, einen klugen und fleißigen Ministranten: „Passt du bei der Hl. Messe auf, wenn die Lesung und das Evangelium aus der Bibel vorgelesen werden?“ Der Bub Peter antwortete, ohne lange herumzureden: „Nein! Das von Jesus kenne ich schon auswendig und das vom Apostel Paulus verstehe ich sowieso nicht.“

Wie würden Sie auf die Frage antworten: „Passen Sie bei der Hl. Messe auf, wenn die Lesung und das Evangelium vorgelesen werden?“

  • Können Sie beim Zuhören einige wichtige Worte herausgreifen, diese wie einen Leckerbissen genießen und wie eine Jause mit nach Hause nehmen?
  • Oder rauschen bei Ihnen die Bibelworte eher vorbei wie ein LKW auf der Straße oder wie ein Zug am Bahnhof?

Bibelworte wie Vollkornbrot gut kauen

Für mich ist klar und wichtig: Bibelworte sind Nahrung für Leib und Seele, sie sind aber kein Schnelldrink und auch keine süße Sachertorte. Sie gleichen eher einem Vollkornbrot, das ich gut kauen muss, damit ich den ganzen Geschmack spüren und genießen kann. Mir hilft hier eine Anregung der alten Kirchenväter. Diese sagen, wir müssen die Bibelworte wiederkäuen, wie es die Kuh mit dem Gras macht. Bekanntlich legt sich die Kuh nach dem Fressen nieder und los geht’s mit dem Wiederkäuen. Also starten wir als christliche Kühe mit dem Wiederkäuen der heutigen Bibelworte.

Prophetische Worte des Propheten Jesaja

Ich beginne mit dem Wiederkäuen bei der ersten Lesung aus dem Propheten Jesaja. Land Sebulon und Land Naftali. Nie gehört. Was ist etwa damit gemeint?

Kauen. Kauen.

Sebulon und Naftali sind zwei Stämme Israels, die am Nordufer vom See Gennesaret wohnen. Sie wurde oft von fremden Völkern erobert und zerstört, so auch zur Zeit des Propheten Jesaja.

Kauen. Kauen.

Und was soll sich jetzt ändern? Hier setzt die prophetische Zusage an:

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht;
Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter,
den Stock seines Antreibers zerbrachst du.

Ist euch klar, was diese prophetischen Worte bedeuten? Der Krieg damals hat nicht das letzte Wort. Auch der Krieg heute in der Ukraine hat nicht das letzte Wort.

Solche Worte zu kauen, bedeutet, die Bibel ernst nehmen. Wir dürfen diese Worte nicht nur als fromme Sätze abtun, sondern müssen und dürfen ihre Kraft ernst nehmen, die Kraft der Liebe, der Gerechtigkeit, des Friedens.

Papst Johannes Paul besuchte auf einer seiner vielen Reise auch Peru. Dort kam ein Indianerhäuptling auf ihn zu, gab ihm eine alte Bibel zurück, welche die Eroberer den Indianern vor 400 Jahren gebracht hatten, und sagte: „Meine indianischen Brüder werden von schlechten Christen oft ausgebeutet. Wir sind seit jeher Opfer der Erniedrigung und des Rassismus. … Ich gebe die Bibel zurück. Sie hat uns während Jahrhunderten weder Liebe, noch Frieden, noch Gerechtigkeit gebracht. Der Papst soll sie zurücknehmen und unseren Unterdrückern aushändigen. Denn ihre Herzen und Gehirne brauchen die biblische Lehre am meisten.“

Mahnende Worte des Apostel Paulus

Ich komme zur 2. Lesung, zu den Worten des Apostels Paulus.

Ich ermahne euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!

Diese Worte gleichen dem täglichen Brot: Hier kann ich nur sagen: Unser tägliches Brot gib uns heute. Dann kommt ein Brocken, der gut gekaut werden muss.

Es wurde mir nämlich berichtet, dass es Streitigkeiten unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus -ich zu Apollos -ich zu Kephas -ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt?

Der überzeugte Apostel Paulus sieht die Spannungen unter den Christen in Korinth. Und er kennt die Lösung: Vergesst in der Hitze eures Gefechtes nicht, wer die Mitte ist, nämlich Jesus Christus.

Wir feiern derzeit die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Die Zertrennung der Christenheit ist ein Skandal vor der Welt.

Jesusworte aus dem Evangelium

Ich komme zum Menü Jesusworte, das wir mit Freude essen dürfen. „Mir gefällt die Geschichte, in der Jesus seine Jünger kennenlernt und zu ihnen sagt: Werdet zu Menschenfischern!“ So hat ein Kind heute am Beginn der Messe gesagt.

Jesus kommt nach Sebulon und Naftali und wirkt dort als jenes Licht, das von Jesaja angekündigt wurde. Ich bitte euch die Worte, die Jesus heute im Evangelium spricht, oft zu kauen und zu genießen:

Kehrt um. Denn das Himmelreich ist nahe. Kommt her, mir nach. Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

Damit sich das Licht in die ganze Welt hinein ausbreitet, beruft Jesus seine Jünger. Mir wird dabei immer klarer: Ein Christ und eine Christin sollen viel von Jesus wissen. Dabei geht es nicht um schöne Geschichten von Jesus, auch nicht darum, einfach seine Fans zu sein, sondern aus der freundschaftlichen Beziehung mit Jesus zu leben.  Die Bibel hilft dabei.

 

Liebe christliche Wiederkäuer hier in unserer Pfarrkirche Oberlienz und an den Radiogeräten. Haben Sie den Mut und die Ausdauer, Bibelworte gut wiederzukäuen, dann werden sie Nahrung für Leib und Seele. Probieren Sie es!

 

 

Aussagen der Kinder der VS Oberlienz

  • Mir gefällt an der Bibel, dass so viele Geschichten von Gott drin sind.
  • In der Bibel wird erzählt, wie Gott die Welt erschaffen hat.
  • Mir gefällt an der Bibel, dass dadurch die Menschen wissen, dass es Gott und Jesus wirklich gibt.
  • Ich habe in der Bibel gelesen, dass Noah die Arche gebaut und damit alle Tiere gerettet hat.
  • In der Bibel mag ich besonders die Geschichte von Zachäus, weil Jesus ihm verzeiht, obwohl er die Menschen betrogen hat.
  • In der Bibel mag ich besonders, dass Jesus die Kinder zu sich holt, obwohl die Jünger sie wegschicken wollten.
  • Mir gefällt an der Bibel, dass sie so spannend ist.
  • Die Bibel erzählt mir davon, dass Jesus ein guter Mann war.
  • In der Bibel stehen fröhliche und traurige Geschichten. Mir gefällt die Bibel, weil ich an Gott glaube.
  • Mir gefällt die Geschichte, in der Jesus seine Jünger kennenlernt und zu ihnen sagt: „Werdet zu Menschenfischern!“

 

Text nach der Kommunion

Mit Adam und Eva das Leben wagen

Mit Mose Verantwortung übernehmen

Mit Elija sich dem Burnout stellen

Mit Amos soziale Gerechtigkeit einfordern

Mit Jeremia Hoffnung verkünden

Mit dem Engel Rafael andere begleiten

Mit Jona eine zweite Chance bekommen

Mit Maria Gipfelgespräche führen

Mit der Bergpredigt das Übel an der Wurzel packen

Mit Markus Jesus Christus verkünden

Mit Jesus Lasten tragen

Mit Maria und Marta beten und arbeiten

Mit Petrus nochmals beginnen

Mit Andreas konsequent sein

Mit Lydia Gastfreundschaft pflegen

Mit den Korinthern christliche Gemeinschaft bauen

Mit den Philippern Freude teilen

Mit Paulus Grenzen überschreiten

Mit Nikodemus sich in die Nacht hinauswagen

Mit der Frau am Jakobsbrunnen neue Würde erfahren

Mit den Jüngern vom Heiligen Geist überrascht werden

(Franz Troyer)

 

Segensgebet (Franz Troyer)

Gott der Herr, der ein gutes Wort für uns hat,

er schenke dir ein hörendes Herz,

damit du unter den vielen Stimmen der Zeit

seine Botschaft hören kannst.

 

Gott der Herr, der ein gutes Wort für uns hat,

er rufe dich heraus aus engen Grenzen,

damit du Mauern überspringen

und mutig die Zukunft wagen kannst.

 

Gott der Herr, der ein gutes Wort für uns hat,

er schenke dir die Fähigkeit,

stärkende und klärende Worte zu sprechen,

damit sein Reich des Friedens und Vertrauens Wirklichkeit wird.

 

So segne uns der dreifaltige Gott,

der Vater, der immer wieder neu zu uns Menschen spricht,

der Sohn, der als das göttliche Wort Mensch geworden ist

und der Hl. Geist, der uns den Himmel erahnen lässt.

 

Tagesgebet:

Gott, du kennst uns besser, als wir uns selber kennen.

Du weißt, wie sehr wir der Änderung und Umkehr bedürfen.

Aber du trittst nicht mit Gewalt an uns heran oder mit List.

Du kommst zu uns mit deinem Wort – deinem offenen und guten,

deinem fordernden und heilenden Wort.

Gib, dass wir dir heute nicht ausweichen, dass wir uns öffnen und dein Wort annehmen: Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit

 

Schlussgebet

Gott, in Jesus Christus hast du der Welt den neuen Menschen gegeben.

Wir danken dir, dass wir ihn kennen dürfen,

dass sein Wort und Beispiel in dieser Stunde unter uns lebendig werden.

Öffne uns für seine Gegenwart. Rühre uns an mit seinem Geist.

Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen.