10 Tipps zu einem sinnvollen Leben mitten in der Coronakrise

Spirituelle Nahrung und Impulse können in diesen Tagen und Wochen mehr denn je eine Hilfe sein, um den Sog der Angst zu überwinden und die Chancen in der Krise zu entdecken.

Tue etwas, das dir Freude macht

Wer nicht genießt, wird bald ungenießbar. Daher ist es – auch wenn andere
Menschen derzeit viel Schlimmes mitmachen – durchaus erlaubt und hilfreich,
sich zu freuen und etwas zu tun, das mir Freude macht. Statt sich ständigem
Jammern hinzugeben, was viele Kräfte zunichtemacht und bindet, schenken
freudvolle Tätigkeiten Licht und Mut und Abwechslung.

Lebe die gewohnte Tagesstruktur

Es fatal, einfach bis Mittag zu schlafen, die Mahlzeiten ganz unregelmäßig
einzunehmen oder bis spät in die Nacht fernzusehen. Die Tagesstruktur gibt
Halt. „Halte die Ordnung und die Ordnung hält dich!“ meint schon der Hl.
Augustinus

Bete für andere

Das Gebet für andere gibt diesen Menschen Kraft und hilft auch mir, das
Kreisen um mich selbst aufzugeben. Ich habe andere Menschen und deren
Lebensgeschichte im Blick. Gemeinsame Gebetszeiten (z.B. Angelusgebet
beim Läuten der Kirchenglocken) helfen, die Gebetsverbindung zu vielen
Menschen zu pflegen. Sei regelmäßig dabei in der weltweiten Gebetskette.

Pflege Hauskirche

Auch engagierte Christinnen und Christen haben die Kultur der Hauskirche
verlernt oder pflegen diese höchstens in der Adventzeit. Ich wünsche mir, dass
wir wieder den Mut haben, daheim miteinander zu beten, miteinander in der
Bibel zu lesen und über Glaubensfragen ganz natürlich zu sprechen. Tipps
findet ihr auf der Homepage der Diözese Innsbruck:
https://www.dibk.at/Glaube-Feiern/Gottesdienst .
Es ist gut, wenn Familien miteinander in diesen Tagen
über TV, Radio oder Internet die Hl. Messe mitfeiern können.

Versöhnung

In dieser Zeit, in der viele auf engstem Raum stundenlang zusammen sein
müssen, kommen bald die alten Konflikte und Baustellen daher. Das ist nicht
leicht. Es benötigt Fingerspitzengefühl, verletzende Ereignisse miteinander zu
besprechen und sich die Wahrheit nicht wie einen Waschlappen ins Gesicht
zu knallen sondern wie einen schützenden Mantel hinzuhalten.
Der Fastenhirtenbrief unseres Bischofs Hermann und weiterführende
Unterlagen können eine Hilfe sein:
www.dibk.at/Media/Organisationen/Bischof-Hermann-Glettler/Hirtenbriefe2

Lass dir helfen

Sorgen soll man teilen, damit sie nicht zu schwer sind. Es ist daher klug, sich
bei den vielen derzeitigen Fragen von anderen helfen und unterstützen zu
lassen.

Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft alten Menschen gegenüber

Trotz der vielen Einschränkungen ist es möglich, anderen ganz gezielt zu
helfen. Ich gehe für alte Nachbarn einkaufen, die das Haus nicht verlassen
sollen. Ruf gezielt Leute an oder schreib einen Brief. Teile Sorgen und Freude.

Lies ein gutes Buch

Viele Menschen sehnen sich danach, Zeit zum Lesen zu haben. Lesen ist
Abenteuer im Kopf. Lesen ist Fortbildung und eine gute Abwechslung. Beim
Lokalanbieter Tyrolia (www.tyrolia.at) kann man Bücher mit kostenlosem
Versand bestellen und muss nicht auf internationale Anbieter ausweichen.

Hab Geduld, Dinge zu ertragen, und Kraft, Dinge zu ändern

Wer will in diesen Tagen nicht vertrauensvoll beten: „Herr, schenke mir die
Fähigkeit, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Schenke mir die
Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die
Fähigkeit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Prüft alles und behaltet das Gute

Schon der Apostel Paulus gibt seinen Gemeindemitgliedern diesen Rat. In
diesen Tagen kursieren viele Gerüchte, fake news und Halbwahrheiten.
Schütze dich vor diesen negativen Wellen, die niemandem weiterhelfen. Frag
genau nach, was jemand wirklich getan und gesagt hat, und prüfe genau,
bevor du etwas weitererzählst. Damit hilfst du mit, dass die Viren der
Vorurteile eingedämmt werden und sich die Wahrheit den Weg bahnt.
Bewahre uns Gott (Lied; Noten im Gotteslob Nr 453)

1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns auf unsern Wegen. / Sei Quelle
und Brot in Wüstennot, / sei um uns mit deinem Segen, / sei Quelle und Brot in
Wüstennot, / sei um uns mit deinem Segen.
2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns in allem Leiden. / Voll Wärme
und Licht im Angesicht, / sei nahe in schweren Zeiten, / voll Wärme und Licht im
Angesicht, / sei nahe in schweren Zeiten.
3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns vor allem Bösen. / Sei Hilfe, sei
Kraft, die Frieden schafft, / sei in uns, uns zu erlösen, / sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden
schafft, / sei in uns, uns zu erlösen.
4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns durch deinen Segen. / Dein
Heiliger Geist, der Leben verheißt, / sei um uns auf unsern Wegen, / dein Heiliger
Geist, der Leben verheißt, / sei um uns auf unsern Wegen.

Vergelt’s Gott und viel Kraft allen, die in pflegenden und ärztlichen Berufen
tätig sind und derzeit Übermenschliches leisten!
Vertrauen wir auf die Zusage Jesu: „Ich bin bei euch, alle Tage!“

Dekan Franz Troyer