Neuer Kirchplatz: Die Arbeiten gehen voran

Neuer Kirchplatz in Lienz: Ein Schmuckstück zum Verweilen

Die Pfarrkirche St. Andrä in Lienz wurde zuletzt vor 50 Jahren renoviert. Dekan Franz Troyer möchte den bedeutenden Sakralbau aus dem 15. Jahrhundert schrittweise erneuern. Erste Baustelle ist der Kirchplatz.

Der Zugang in die Kirche ist über den linken Seiteneingang immer möglich.

Erst vor wenigen Tagen haben Freiwillige die Natursteinplatten vom südlichen Teil des Kirchplatzes vor der Pfarre St. Andrä entfernt. Inzwischen sind Bagger aufgefahren und haben Fundamentmauern sowohl der Kirche als auch des Widums freigelegt. „Wir renovieren die Westfassade des Gotteshauses und den Platz davor“, erklärt Dekan Franz Troyer. Bis zum Pfarrfest am 8. September sollen die Arbeiten fertiggestellt sein.

Die Pläne des Architekten Paul Senfter sehen unter anderem die Fortführung der Natursteinmauern, die den Kirchplatz einrahmen, nach Süden hin vor. Dadurch soll der Atriumcharakter der Anlage verstärkt werden. Die Trittstufe am Hauptportal wird in den Platz vorgezogen und zu einer großzügigen Vorlegestufe, also einer Art niedrigem Podest. „Das Eingangsportal mit den massiven Türen des weltbekannten Künstlers Jos Pirkner wird dann noch besser zur Geltung kommen“, ist Troyer überzeugt.

Der südliche Teil des Kirchplatzes wird künftig ein Gefälle aufweisen. Der rechte Seiteneingang wird abgesenkt und barrierefrei. Das Niveau muss dafür um etwa 40 Zentimeter niedriger werden. „Es geht nicht nur um Kinderwägen und Mitmenschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind“, sagt der Pfarrer. „Bei Begräbnissen können wir so den Sarg in die Kirche bringen, ohne ihn wie bisher über die Eingangsstufen tragen zu müssen.“ Ein kleiner Brunnen am Platz soll zum Durstlöschen und Verweilen einladen.

Die Westfassade des Sakralbaus ist durch Witterungseinflüsse unansehnlich geworden. Die Wände werden ausgebessert und gemalt, die dunkelgelben Mauerteile sind durch einen Spezialputz wiederherzustellen. Die Kosten für die laufende Renovierung beziffert Troyer mit 190.000 Euro. Die eine Hälfte davon leisten kirchliche und öffentliche Stellen, die andere will die Pfarrgemeinde beitragen. „Uns fehlen noch 30.000 Euro“, erklärt der Dekan. Spenden können auf das Konto AT86 3600 0000 0915 8809, lautend auf „Pfarrkirche St. Andrä“, angewiesen werden.

Der Kirchenbau gehört zu den wichtigsten kirchlichen und kunsthistorischen Gebäuden Osttirols. Die heutige Kirche wurde im 15. Jahrhundert zur Zeit der Görzer Grafen erbaut. Die Portale und weitere Teile gehen auf die romanische Vorgängerkirche zurück, die im Jahr 1204 geweiht wurde. Troyer: „Die Pfarrgemeinde hat sich vorgenommen, dieses Kulturgut zu einem Schmuckstück für Lienz und Osttirol zu machen.“

Quelle: Tiroler Tageszeitung/Christoph Blassnig

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